Andacht, Gemeindebrief 153

Liebe Gemeindemitglieder in Baddeckenstedt, Oelber a.w.Wege und Rhene!

Vor einem Jahr haben wir die neuen Kirchenvorstände eingeführt, die Sie im März 2018 mit einer guten Wahlbeteiligung gewählt haben. Was ist seitdem geschehen?

Die Nachrichten unken: eine von den Kirchen in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass sich die Mitgliederzahl bis 2040 halbieren wird. Wie kommen wir gegen diese negativen Prophezeiungen und Strömungen, die uns kleinkriegen möchten, an? Ich denke, es hilft genauer hinzuschauen:

Es gibt viele Vorurteile gegenüber der Kirche: „Die Kirchen werden immer leerer…“. Wenn ich auf die vergangenen Sonntage blicke – die Kirchen waren voll, als unsere acht Konfirmanden eingesegnet wurden, als der Gemischte Chor und der Kindergarten in der St. Annenkirche ihr Konzert gegeben haben. „Die Kirche ist nur was für Alte.“ – Gestern habe ich mit 10 erwachsenen Teamern zusammengesessen- ökumenisch sogar, gemeinsam mit der katholischen Gemeindereferentin haben wir den Kindergottesdiensttag in Oelber vorbereitet. In Elbe probt unser neuer Kinderchor im Innerstetal, vielleicht werden wir sie für ein Konzert in der Adventszeit bei uns haben. Und ja, auch „die Alten“ haben einen wichtigen Platz bei uns und darauf sind wir stolz!

Ich bin wirklich erstaunt über das große Engagement der Kirchenvorstände und der vielen Ehrenamtlichen: Ich denke an den neuen Kindergottesdienst, die Homepage, die Begeisterung, mit der die Baddeckenstedter die Osternachtsfeier mitgestaltet haben, die Ideen, die gerade in Rhene entstehen: ein Gemeindeerzählnachmittag in der Kirche wollen wir nächstes Jahr veranstalten. Und die Bauprojekte, die so verfolgt werden, nebenbei: Orgel; Kirchhofmauer, Kirchendach…

Und dann sind da noch die Chancen, die mit der Gründung des Ev.-luth. Kirchenverbandes Innerstetal ergriffen werden können. Ja, ich bin auch skeptisch, was die vermehrte Gremienarbeit in dem Zusammenschluss der 12 Kirchengemeinden angeht. Dieses Jahr ist geprägt von Besprechungen, Sitzungen, Unsicherheiten: Wieviel Zusammenarbeit, wieviel Eigenständigkeit der Kirchengemeinden ist wichtig und die Frage für uns drei Pfarrpersonen in Sehlde, Elbe und Baddeckenstedt: Wie ist die Arbeit für uns zu schaffen? Jetzt ist endlich die uns im neuen, gemeinsamen Pfarramt noch zustehende halbe Stelle für den Seelsorgebezirk 4 (Ringelheim) im landeskirchlichen Amtsblatt ausgeschrieben. Ja, vielleicht werden sich über die Gemeindegrenzen hinweg, weitere Mut machende Entwicklungen ergeben.

„Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.“, (Psalm 91, 11-12) lese ich heute in der Tageslosung. Wie oft suchen sich Eltern für ihre Kinder bei der Taufe oder auch Konfirmanden, diesen Spruch aus! So mag gerade diese Zusage der Engelbegleitung Ihnen, liebe Leser und Leserinnen des Gemeindebriefes und mir sagen: Gott wird seine Kirche, deren Geburtstag wir an Pfingsten feiern, auch nach 2000 Jahren nicht allein lassen. Er wird weiterhin Segnungen und Aufgaben bereithalten für uns. Sicherlich gibt es immer auch steinige Wege zu überwinden. Aber bleiben wir dran, an der Hoffnung, am Vertrauen und lassen wir Gottes Geist weiterwirken auf dem Weg in die Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Pfingstfest!

Ihre Pfarrerin Christiane Coordes-Bischoff