Andacht – April 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

„Zuversicht – Sieben Woche ohne Pessimismus“ – lautet das Motto in der Zeit vor Ostern. Es hat mich spontan angesprochen. Denn ich merke, wie sehr ich es mir wieder angewöhnt habe, auf die negativen Schlagzeilen, die Enttäuschungen und die traurigen Entwicklungen zu schauen. Im Freundeskreis ist eine Ehe auseinandergegangen, eine Krebserkrankung in der Familie, ein tödlicher Unfall. Politik und Gesellschaft: Wo ist das Gemeinsame, der Strang, an dem wir ziehen, um die Probleme unserer Zeit anzupacken?

Die Wochen bis Ostern, das Warten auf den Frühling, kann uns anspornen, Vergehen und Neuwerden wieder in den Blick zu nehmen. Es ist die Zeit, aufzuräumen und Altes hinter sich zu lassen. Ich schaue nicht auf die anderen und stimme ein in das allgemeine Lamentieren, ich lasse mich nicht ängstigen von Krankheiten und Ansteckungsgefahren. Ich kehre vor meiner eigenen Haustür. Ich schaue auf meine Ressourcen und Begabungen, ich pflege meine Beziehungen, wende mich denen zu, die es wirklich schwer haben. „Öffne die Augen, dann wird jeder Tag dir etwas Besonderes zeigen!“ – Das steht auf meinem Kaffeebecher, sagt mir eine Kirchenvorsteherin heute Morgen am Telefon. Ja! „Reich Gottes“ hat Jesus es genannt und erklärt uns in einem Bild, was er meint: „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre.“ (Markus 4,26-28) Der Same ist da. Wir als Christen vertrauen auf die Macht der Liebe, die selbst den Tod überwunden hat. Mit diesem Vertrauen im Herzen und in den Händen, kann das Leben unter uns und in uns wieder neu werden.

„Zuversicht – Sieben Wochen ohne Pessimismus“ – „Oh, das ist schwer!“ sagte jemand im Seniorenkreis gestern spontan. Es heiß ja auch nicht, dass wir wegsehen sollen, sondern dass wir aktiv – auch mit Leiden und Trauer umgehen können, weil wir auf eine Hoffnung zugehen und weil wir glauben, dass Gottes Liebe uns auch durch die schwierigen Phasen des Lebens hindurchbegleitet und uns neue Freude schenken wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Wochen in der Passionszeit und schon jetzt ein Frohes Osterfest!