Garten Gethsemane in Jerusalem heute

Gründonnerstag

Es ist Zeit!
Betet, damit ihr stark werdet!

Jerusalem ist voller Menschen, sie pilgern zum Tempel, sie treffen sich in ihren Familien. Es ist Passah, sie feiern die Befreiung aus Ägypten und hoffen wieder auf Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit, wie damals.

Wie den Messias haben sie ihn empfangen, mit Palmenzweigen und Hosianna, gelobt sei Gott in der Höhe!

Nun ist Jesus hier, auf dem Ölberg im Garten Gethsemane, allein. Die Jünger hat er zurückgelassen. Noch einmal haben sie zusammen gesessen, das Festmahl gefeiert, Brot und Wein miteinander geteilt: Mein Leib für Euch! Dieser Kelch, der neue Bund in meinem Blut – für Euch! Der Verräter saß mit am Tisch. Und Streitigkeiten gab es auch, wer denn der Größte sei unter den Jüngern … sie begriffen es nicht.

Und doch, er war froh, dass sie ihm gefolgt waren. Am Eingang des Gartens hatte er ihnen eingeschärft, wach zu bleiben, zu beten!

Es ist dunkel. Er spürt den harten, felsigen Boden unter seinen Knien. Die Olivenbäume geben etwas Schutz. Angst macht sich breit und Trauer: Soll das alles gewesen sein? Ist dies das Ende, ist die Mission gescheitert?

Die Stille ist da, Worte formen sich, Gott ist da. „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“

Und Ruhe kehrt ein. Die Teile, die auseinanderzubrechen schienen, setzen sich wieder zusammen. Wie von allein, als ob ein Engel ihn angerührt hätte. Er kann wieder aufstehen – aufstehen vom Gebet.

Er sieht seine Freunde schlafen, Traurigkeit macht müde. Er weckt sie:
„Es ist Zeit! Betet, damit ihr stark seid, für das, was kommt!“

LIED

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht:
Christus, meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht mich nicht.
(Taizé-Communauté, Frankreich)

GEBET

Jesus, auch ich bin oft müde und traurig. Wie wird es weitergehen hier bei uns und in der Welt? Alles scheint sich aufzulösen, auseinanderzubrechen … wir begreifen das nicht.
Beten, sagst du, sollen wir, und wach sein. Dir hat es Kraft gegeben, damals im Garten Gethsemane.
So legen wir nun unsere Angst und unsere Hoffnung in deine Hände.
Hab Dank für deinen Trost und zeige uns, wie wir leben können, jeden Tag neu, mit den Menschen, die uns brauchen und einem Engel, der uns stärkt. Danke, du bist da.
Amen