Ostern

„Christ ist erstanden von der Marter alle, des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.“
Evangelisches Gesangbuch Lied 99

Dieses Lied hätten manche von uns am Ostersonntag in der Kirche gesungen. Ob in der Osternacht oder am Ostermorgen, es bringt unsere Hoffnung, die wir Ostern feiern auf den Punkt. Jesus ist nicht in seinem Grab geblieben, sondern er ist auferstanden. Der Tod ist durchbrochen.

Mit der Vernunft ist es kaum zu begreifen und beweisen lässt es sich auch nicht. Aber ich denke, das brauchen wir auch nicht. Glaube ist doch kein „für wahr“ halten, sondern eine persönliche Erfahrung, die uns stärkt, uns tröstet, uns Orientierung gibt und auch unser Handeln mit bestimmt. Und das ist auch die Botschaft von Ostern.

An den Berichten der Evangelien erkennen wir, dass die Jüngerinnen und Jünger Jesu verändert werden. Aus der Trauer und der Angst wird ein hoffnungsvoller Aufbruch. Weil sie darauf vertrauen, dass das, was Jesus ihnen erzählte, stimmt, und uns die Liebe Gottes immer begleitet. Die Leiden Jesu, das Kreuz und sein Tod können diese Zusage Gottes nicht aufheben.

Das gilt für mich nicht nur im Blick auf den Tod und unsere damit verbundene Hoffnung auf Auferstehung. Nein in allen Situationen, auch der gegenwärtigen Coronakrise, hilft mir das Vertrauen auf Gottes Liebe, die uns Menschen gilt.

Sicherlich werden viele von uns die Bedrohung durch den Virus gespürt haben. Auch wenn wir selbst hoffentlich von einer Erkrankung verschont blieben, so haben wir doch erfahren, wie schnell sich unser Leben ändern kann. Hier meine ich nicht nur die sozialen Kontakte, die soweit es ging, eingestellt werden sollten. Nein ich denke auch an die Unsicherheit mit dem Arbeitsplatz oder noch weiter gedacht mit der perönlichen Situation. Die Auswirkungen sind in vielen Bereichen spürbar und vieles, was kommen wird, ist noch nicht absehbar.

Lasst uns darauf vertrauen, dass Gott uns nicht allein lässt. Diesen Satz verstehe ich nicht als einen Auftrag an uns. Sondern der christliche Glaube ist immer ein Angebot für uns. Viele Menschen haben dieses erfahren. Begonnen hat es mit den Jüngern. Es folgten ihnen viele Weitere und so bildeten sich die ersten Gemeinden. Bis in unsere Zeit hinein spüren wir die Hilfe Gottes im Glauben.

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat dieses Vertrauen auf Gott in einem beeindruckenden Glaubensbekenntnis ausgedrückt. Für mich ist in diesen Worten die Hoffnung des Osterfestes enthalten. Gegen alle Erfahrungen, die uns ängstlich und unsicher machen, steht die Zusage Gottes, dass seine Liebe, die in Jesus deutlich wurde, uns trägt.

So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Fest.

Andreas Ohm

GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste die Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
Amen
Dietrich Bonhoeffer

GEBET
Lieber Gott, du scheinst uns oft weit weg, wir fühlen uns allein gelassen.
Doch die Auferstehung Jesu und der neue Mut der Jünger zeigen uns: DU bist da für uns.
Wir bitten, lass uns diese Veränderung erfahren und auf Deine Liebe zu uns vertrauen. Amen