Rhener Kirche

Kapelle oder Kirche ?
Für die Rhener Kirchengemeinde heute ist das klar!
Es ist für uns die Rhener Kirche.

Historisches:

Das Baujahr der Kapelle / Kirche ist nicht bekannt. Allerdings weisen zugemauerte Gewände ehemaliger romanischer Öffnungen auf frühmittelalterliche (500 -1050 n. Chr.) Ursprünge hin.
Schießscharten artige Aussparungen im Mauerwerk sind Hinweise auf eine mögliche Verwendung als Schutz- und Wehrkapelle an der strategisch wichtigen Heerstraße von Goslar nach Hildesheim (Die heutige B6).
1542 wird erstmalig erwähnt, dass die Kapelle Rhene als Filial zu Wartjenstedt gehört.

Das ist heute nicht mehr so. Die Kirchengemeinde schied im Jahre 1969 aus dem Pfarrverband Wartjenstedt und damit gleichzeitig aus der Propstei Salzgitter – Lebenstedt aus. Mit der Gründung des neuen Pfarrverbandes Baddeckenstedt, Oelber am weißen Wege und Rhene besteht die Zugehörigkeit zur Propstei Goslar.

Im Inneren des Kirchturmes hängt eine in Hildesheim gegossene Kirchenglocke aus dem Jahre 1502, die wegen Ihres Alters im ersten Weltkrieg vor dem Einschmelzen verschont blieb. Eine grundlegende Veränderung des Gebäudes wurde 1614 vorgenommen, als der Wunsch bestand den Innenraum mit mehr Licht zu erfüllen. Diese Jahreszahl findet man über einem der rechteckigen Fenster auf der Südseite und in der Wetterfahne auf dem geschieferten Glockenturm auf der Westseite.

Da das Bruchmauerwerk unverputzt ist, erkennt man auf der Südseite den ehemaligen Eingang, der im Jahre 1886 in den Westgiebel verlegt wurde.

Im Innenbereich wirkt die Kirche durch ihre schöne und beeindruckend schlichte Einfachheit, und verfügt neben dem Altar, den Bänken über eine recht kleine Kanzel im vorderen Bereich der Südwand. Eine kleine Empore erstreckt sich im hinteren Bereich des Kirchenraumes.

Bemerkenswert ist ein Gemälde, dass die Kreuzigungsszene vor dunklem Hintergrund darstellt. Maria Magdalena umfasst den Kreuzesstamm, daneben stehen Maria und Johannes. Auf der anderen Seite bestimmt der römische Hauptmann, auf einem Schimmel reitend, die Szenerie und davor zielt Longinus mit einer Lanze auf den Gekreuzigten.

Dieses Bild ist ein Geschenk des Lehrers Julius Freter, der um 1900 als Dorflehrer in Rhene wirkte. Nach seiner Versetzung an die Kunstgewerbeschule Breslau ließ er das Gemälde anfertigen, bei dem es sich um einen Ausschnitt eines erheblich größeren Werkes aus einer Breslauer Kirche handelt und übereignete es der Rhener Kirche.


Text entnommen aus der “Chronik von Baddeckenstedt”, erschienen 1984, von Wilfried Bartels, Ortsheimatspfleger Baddeckenstedt bis 2004. Gekürzt und an die aktuelle Rechtschreibung angepasst von Rolf Heinecke.