Die Karwoche und Ostern 2020 – gemeinsam auf dem Weg

Infos und Gedanken von Pfarrerin Christiane Coordes-Bischoff, Baddeckenstedt

Was die Glocken uns sagen:
Am Karfreitag um 15.00 Uhr läuten die Glocken zur Sterbestunde Jesu.
Wir sind eingeladen, innezuhalten:
„Es ist vollbracht.“, sagt Jesus am Kreuz nach einem langen Leidensweg
voller Einsamkeit und dem Gefühl der absoluten Verlassenheit. Wir denken an unsere Gestorbenen, wir denken an unser Leid, an unsere Schuld – und werden still.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Not der Welt, erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Schuld der Welt, erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Angst der Welt, gib uns deinen Frieden.

Am Ostersonntag um 12.00 Uhr für 10 min volles Geläut!
Das ist ein kraftvolles Hoffnungszeichen!
Um diese Zeit, das sollen Sie wissen, wird hier in unseren Kirchen, im Pfarrverband Westerlinde, in der Kirchengemeinde Burgdorf, in Rhene, in Oelber a.w.Wege, in Baddeckenstedt, in Ringelheim und in Alt Wallmoden das Osterevangelium von der Auferstehung gelesen:
Jesu Auferstehung
1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.
2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein
langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten.
Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich. (Markus 16, 1-8)
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!
Christus lebt – Gottes Liebe hat Leiden und Tod besiegt!
– Möge uns diese Liebe und Hoffnung Kraft schenken!

Zuversicht – Gedanken zu Passion und Ostern,
so heißt die Broschüre, die meine Kollegen Jürgen Grote, Andreas Ohm, die Prädikantin Uta Bartels und ich gemeinsam herausgegeben haben. In den 12 Kirchengemeinden des neu gegründeten Kirchengemeindeverbandes im Innerstetal wird das Heft gerade von den Gemeindebriefausträgern verteilt. Für Sie und Euch, liebe Mitchristen und Freunde im Internet, laden wir diese kurzen bebilderten Andachten mit Gebet und Lied, an den entsprechenden Feiertagen hoch. So sind wir mit Jesus auf dem Weg durch die Tiefe des menschlichen Leidens und bewegen uns hin zum österlichen Licht.
Heute lesen Sie schon die einleitenden Worte:

Dieses Jahr wird es eines nicht geben: den Osterreiseverkehr. Wir müssen zu Hause bleiben.
All das, worauf wir uns jedes Jahr freu en: den Urlaub, das Zusammensein im größeren Familienverband, das Osterfeuer, wo man viele trift aus der Nachbarschaft, aus dem Dorf, die freien Tage, an denen man Freunde sieht, die besonderen Gottesdienste in der Kirche – Tischabendmahl; Osternachtsfeier – all das wird es nicht geben. Die Festtage werden anders werden.
Wir werden Zeit haben … im engsten Kreis, mit Langeweile vielleicht, mit Sorgen über das, was kommen wird, aber auch mit neuen Chancen für unser Zusammensein.
Was auch immer sein wird, auch das Osterfest wird kommen.
Wir, die Pfarrer*in und die Prädikantin Uta Bartels aus dem Kirchengemeindeverband im Innerstetal, wollen Ihnen mit diesen Gedanken zu den Festtagen „die Kirche“ ins Haus bringen. Wir wollen nicht verstummen, sondern gerade jetzt die Frohe Botschaft verkünden vom Leben, das stärker ist als die Todesmächte, die unser Leben und unsere Gemeinschaft zerstören wollen.
Für die Tage von Gründonnerstag bis Ostern finden Sie in diesem Heft Impulse, Gedanken, Worte, die das Dunkel nicht verschweigen und trotzdem Ausschau halten nach Hoffnung und Licht.
Und wenn Sie, wenn Ihr am entsprechenden Tag, die Zeilen lest, können wir uns, obwohl jede/r zu Hause ist, doch verbunden wissen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch schon jetzt ein gesegnetes Osterfest

Gedanken zur dritten Woche im Ausnahmezustand

Liebe Mitchristen, liebe Freunde!

Die dritte Woche auch im kirchlichen Ausnahmezustand –  … Ich muss gestehen, sie fehlt mir, die Gemeinde! Meine Gedanken auf der Homepage, eine schriftliche Andacht für den Gemeindebrief, das hilft mir, mich zu sammeln und gibt mir immer auch selbst ein Stück Orientierung und Hoffnung. Aber Ihr fehlt mir, liebe Gemeinde. Einzelne, an die ich denke rufe ich an … ein Stück Telefonseelsorge vielleicht … aber das Zusammensein im Gottesdienst, im Seniorenkreis, mit den Kindern im Kindergarten – einfach die Resonanz, das Händeschütteln, die Umarmung: es fehlt mir. Ich merke, wie tapfer viele sind, gerade die Älteren, man nimmt die Situation hin, freut sich, trotz Isolierung über Hilfe und Hilfsangebote, beschäftigt sich mit Aufräumen, Mundschutz nähen … man macht das Beste daraus!

Ja, doch und ich bin dankbar, dass wir noch gesund sind, dass unsere Einrichtungen hier in unserer Region noch nicht betroffen sind, aber die Infektionen sind dicht dran … Aber im Gottvertrauen müssen wir diese Zeit überstehen und so gut mitmachen und helfen, wie wir können, am meisten augenscheinlich eben, indem wir zu Hause bleiben. An diesem Wochenende schicke ich Euch meine Gedanken zu Krankheit und Heilung, man versucht ja immer zu verstehen, was hier gerade passiert auf unserem Globus und ja, wie wir im Glauben damit umgehen können.

Bleibt behütet, heute und in der kommenden Zeit!

Ihre und Eure Pfarrerin Christiane Coordes-Bischoff aus Baddeckenstedt.

Wir sind krank – Gedanken zu Krankheit und Heilung in Coronazeiten

Lieber Leser, liebe Leserin!

Einer meiner ersten Gedanken zur Coronakrise war: Es ist als ob die Erde selbst sich schüttelt und die Menschheit abwerfen möchte. Der Mensch, der in seinem Übermut, Erde, Luft und Meer ausbeutet und verschmutzt – nun bekommen wir die Quittung. Wie ich als Einzelne, wenn ich Raubbau an meiner Gesundheit treibe, erfahre, wie mein Körper irgendwann die Notbremse zieht und ich krank werde und eine unfreiwillige Auszeit aufgebrummt bekomme, so geht es uns jetzt kollektiv als Menschheit.

Die Coronapandemie greift uns Menschen überall auf der Welt an. Ich merke, ich bin nicht nur ein Einzelwesen, ich bin nicht nur Bundesbürgerin. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Die Nationalstaaten, die EU und China, die USA – unsere Wirtschaft ist global ausgelegt, durch Handels- und Produktionswege, durch Arbeitskräfte, die wir brauchen, sind wir miteinander verflochten, wie in einem Körper die Blutbahnen, Zellen und Organe miteinander verbunden sind. Manche Teile des Körpers sind schon arg vom Virus befallen, das spüren wir – uns fehlen Atemschutzmasken und Medikamente aus China, Maschinenteile aus Italien … andere Organe sind noch gesund, aber genauso gefährdet.

Wir sind krank, wir die Menschheit. In immer mehr Teilen der Welt wird uns kollektive Ruhe, eine Ausgangssperre, ein Kontaktverbot verordnet, damit die Krankheit sich nicht zu schnell ausbreitet und das System zusammenbricht. So hat sich der Pulsschlag in vielen Teilen der Welt verlangsamt. Gleichzeitig wird an entscheidenden Stellen fieberhaft gearbeitet, denn der Körper will wieder gesund werden … bei Verletzungen ist es die Wundheilung, bei Viruserkrankungen sind es die Antikörper die aktiviert werden und unter Volldampf arbeiten. In der Coronakrise wird auf den Intensivstationen um Menschenleben gekämpft; in den Laboren werden Infizierte getestet und es wird geforscht nach Medikamenten und Impfstoffen; in Instituten werden Berechnungen angestellt, Prognosen und Szenarien entwickelt; in Krisenstäben werden nächste Schritte beraten, Regierungen beschließen Schutzmaßnahmen und Milliardenmittel werden als Rettungsschirme bereit gestellt.

Wie wird es weitergehen? Werden wir heilen und was werden wir aus dieser Krankheit lernen, was werden wir mitnehmen in die Zeit „nach“ oder „mit“ Corona?

In Psalm 41, 2-4 heißt es: „Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit. Der Herr wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller Krankheit.“

„Du hilfst ihm auf von aller Krankheit.“

Gott ist kein Rächer, der nun mit seinem Strafgericht die sündige Menschheit vernichten möchte, Gott will uns heilen.  Wenn wir im Mitmenschen das Du erkennen, das Du der gegenseitigen Hilfe in Not, wird Gott uns begegnen und uns aufhelfen von aller Krankheit … nicht nur in der Corona – Pandemie.  Denn wir sind auch krank an Hochmut, der uns in die Zerstörung treibt, in Kriege und uns rücksichtslos macht gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Gott will unser Miteinander auf dieser Erde heilen und wird uns dann bewahren, es wird uns wieder gutgehen. Das ist die Vision. Im Augenblick ist ja beides da: es viel Hilfsbereitschaft und Solidarität, aber auch die Verschwörungstheoretiker, die Geschäftemacher und die Autokraten stehen in den Startlöchern, um ihren Gewinn aus der Krise zu ziehen.

„Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt!“ – An Karfreitag und Ostern ist Gott selbst in Jesus Christus den Weg der Schwachheit gegangen und gerade so siegt das Leben. Und so haben auch wir Menschen, die wir jetzt krank und schwach sind, gute Aussichten auf Genesung.

Pfarrerin Christiane Coordes-Bischoff aus Baddeckentstedt  

 

Gedanken zur zu Ende gehenden Woche

Eine sonderbar ruhige, ängstliche  Zeit voller Spannung und Gegensätze –

so habe ich die hinter uns liegende Woche erlebt.

Kontaktverbot, Shutdown – unsere mobile, offene Welt macht dicht, um einen Virus unter Kontrolle zu bekommen und das will noch nicht gelingen. Die Situation in Spanien, in Italien, in den USA ist beängstigend. „Was wir in Deutschland gerade erleben, ist die Ruhe vor dem Sturm.“ sagte unser Gesundheitsminister.

Was wir als selbstverständlich erachtet haben, ist in Frage gestellt. Menschen, die ihren Urlaub, ihr Studium, ihr soziales Jahr im Ausland verbringen wollten, buchen ihre Flüge um oder werden auf Staatskosten zurückgeholt. Fabriken müssen schliessen, Betriebe ihre Arbeit einstellen … erst ein Paar Tage und schon fragen manche: Wie lange?

Und was macht es mit mir, dieses Kontaktverbot: Dass ich dem Nachbarn, den ich auf der Straße treffe, nicht mehr die Hand geben darf, dass ich dem Trauernden nicht mit meinem Händedruck meine Anteilnahme aussprechen kann. Wie geht es den Angehörigen, die ihre Lieben im Pflegeheim oder ihr Kranken in der Klinik nicht mehr besuchen können…

Im Psalm des kommenden Sonntags höre ich eine verstörte Seele rufen. „Judika“ heißt der Sonntag, schaffe mir Recht:

Verschaffe mir Recht, Gott! Führe meinen Rechtsstreit gegen eine Nation, die nicht verlässlich ist. Vor Menschen, die betrügen und Unrecht tun, lass mich entkommen!

Du, du bist der Gott meiner Zuflucht! Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich trauernd umhergehen, unterdrückt von Menschen, die mich anfeinden? Sende dein Licht und deine Wahrhaftigkeit! Sie sollen mich leiten und mich zu deinem heiligen Berg bringen, zu den Orten deiner Gegenwart. Dann kann ich zu Gottes Altar kommen, zum Gott meiner jubelnden Freude und dir danken mit der Harfe, Gott, meine Gottheit. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Was betrübst du dich, meine Seele und bist so unruhig in mir. Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. (Psalm 43,1-5, Bibel in gerechter Sprache und Lutherbibel)

Ja, er flattert im Augenblick ängstlich, unser Seelenvogel – und dann ist es gut, wenn wir uns erinnern an gute Zeiten, die waren und wieder kommen und an das, was auch jetzt gut tut und Freude macht, an das, was gelingt an gegenseitiger Hilfe, Verständnis und Zusammenstehen. Gönnen wir unserer Seele ab und an eine Ruhepause, eine Zuflucht in Erinnerungen, in Träumen, Geschichten, einem guten Film, und vergessen wir das Lachen nicht.

„Harre auf Gott!“, so spricht der Psalmbeter seine eigene Seele an. Ein altertümliches Wort, das ein sehnsüchtiges, gezieltes Warten ausdrückt, ein Herbeisehnen. „Dann kann ich zu Gottes Altar kommen, zum Gott meiner jubelnden Freude…“ Ich denke an den ersten Gottesdienst, den wir in unserer Kirche wieder feiern können, wir wissen nicht, wann das sein wird. Ein Lied möchte ich dann singen, den so vielen bekannten Choral (EG 316):

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, lob ihn, o Seele, vereint mit den mächtigen Chören. Kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören!

„Don’t tell God, how big the storm is,

but tell the storm, how big God is.“, las ich in Bangalore (Indien) an einem christlichen Gemeindehaus.

Harren wir auf Gottes Hilfe, dass er uns Kraft und Mut schenke in diesen Zeiten.

Bleiben Sie behütet!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag – und gönnen Sie Ihrer Seele einen Gottesdienst…

Ihre Pfarrerin Christiane Coordes-Bischoff

Gottesdienstangebote am Sonntag, den 29.3.2020:

Kindergottesdienst: www.youtube.com/bayernevangelisch ab 10 Uhr

Ev. Gottesdienst aus der Saalkirche in Ingelheim: ZDF 9.30 Uhr

Ev. Gottesdienst aus der Ev. Klosterkirche bei Bremerhaven: NDR-Info 10.00 Uhr

Freue dich: eine Oase in der Wüstenzeit

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, die ihr lieb habt!
Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid! (Jesaja 66,10)

Dieser 22.3.2020 – der Sonntag Laetare (lat.: Freue dich), an dem die Zahl der Coronainfizierten in Deutschland über 20 000 gestiegen sein wird – fordert uns mit seinem Namen zur Freude auf! Wie soll das gehen, liebe Gemeinde, liebe Leser und Leserinnen?

Es ist nicht einfach, in diesen Zeiten „das Positive“ zu sehen, positiv zu denken, wie wir es anderen und uns selbst sooft sagen. Zu schnell hat sich die Welt und unser Alltag in der vergangenen Woche grundlegend geändert. Alles öffentliche Leben liegt lahm; Schulen und Kindergärten wurden geschlossen; Gottesdienste dürfen nicht stattfinden; Homeoffice ist vielen verordnet; Kurzarbeit nicht nur in der Industrie; Existenzängste in der Gastronomie, im Tourismus … Freue dich? Und dazu die Fernsehbilder aus Italien wie ein Szenario, das bei uns bald auch so ablaufen könnte. Die Vorbereitungen in den Kliniken und im Gesundheitssystem laufen auf Hochtouren … und noch immer gibt es Menschen, die die Verordnung der sozialen Distanz nicht einhalten, so dass wir nicht wissen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wirksam sein werden …

Wie wird es weitergehen und wie lange wird der Spuk dauern?
Freue dich??
Uns steht eine schwere Zeit bevor, die ganze Welt wird von dieser Pandemie geschüttelt, verursacht durch einen Virus, einen aggressiven Krankheitserreger.
Was können wir tun, wie kann ich angemessen reagieren, denn es kommt ja „auf jeden einzelnen an“, wie uns die Kanzlerin eingeschärft hat.

Wir Christen erinnern uns in diesen Wochen vor Ostern an den Leidensweg Christi zum Kreuz. Mittendrin werden wir aufgefordert: Freue dich! Das Osterfest soll schon einen Lichtstrahl auch in diese dunkle Zeit schicken, nicht violett, sondern rosa ist darum die Farbe des Sonntags!!
„Auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“ (Jesaja 66,12-13)
Da, wo offene oder verdrängte Angst uns beherrschen will, wo scheinbar mutige Rücksichtslosigkeit sich breitmacht, da hilft mir keine rosarote Brille. Aber ich kann darauf vertrauen, dass Gottes Liebe da ist, dass ich mich Gott mit meinen Ängsten und in meiner ganzen Hilflosigkeit anvertrauen darf und sein Trost mir neuen Mut und Ideen schenkt für jeden neuen Tag; denn zu tun gibt es genug: Nun gilt es in dieser Sondersituation sich nicht seelisch einzuschließen, sondern neue Wege zur Kommunikation und gegenseitigen Unterstützung zu finden.
Allein das Telefon: „Ruft doch einfach jeden Tag zwei Menschen an“, macht ein Pfarrer seinen Senioren Mut; „vergrabt euch nicht und vielleicht wählt ihr gerade die Nummer von denen, die ihr normalerweise nicht anrufen würdet …“
Andere überlegen, wie sie in Nachbarschaftsaktionen Älteren beim Einkaufen helfen könnten.
Ja, liebe Eltern und Kinder – auch der Kindergottesdienst fällt aus, vielleicht könnt ihr ja mal eine „Osterkrippe“ basteln (www.kirche-in-elbe.de) …
Und wir können beten! Jeden Mittag läuten um 12.00 Uhr nun die Glocken: Haltet in der Tagesmitte einen Moment inne, denkt an die Kranken in ihren Häusern und in den Kliniken und an diejenigen, die sich um sie kümmern oder betet einfach, wie es ein Konfirmand noch vor 2 Wochen im Vorstellungsgottesdienst in Baddeckenstedt ganz einfach in der Fürbitte formuliert hat: Herr, hilf uns, mit dem Coronavirus fertig zu werden!

Freue dich – ja, vielleicht doch einfach. Vergesst die Freude nicht!
Entdeckt die Oasen in der Wüste, dankt für das Leben, die Musik, das gute Essen, das Gespräch, die Hilfe, die ihr empfangt, die Ruhe der Nacht, den guten Film, das alte, neu entdeckte Spiel, den Sonntag …

In die neue Woche, die für uns als Christen ja mit dem Sonntag beginnt, möchte ich Sie und Euch schicken mit Worten aus unserem Gesangbuch (EG 595):

Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst. Mit ihr lebst du.
Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort. Von ihm lebst du.
Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag. Für ihn lebst du.

Unser Gott segne und behüte uns,
unser Gott lasse leuchten sein Angesicht über uns und sei uns gnädig
unser Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns seinen Frieden. +

Amen